Bildungsabsolventen: Viele Spätzünder
Die durchschnittliche Bildungszeit eines Deutschen beträgt rund 17 Jahre. Das sind knapp sechs Monate mehr, als die Menschen in den Industrieländern durchschnittlich brauchen.
Schule.
In Deutschland hat man das Abiturzeugnis erst mit rund 20 Jahren in der Tasche – an integrierten Gesamtschulen zählen die Abiturienten sogar 20,4 Lenze. Seit 1992 ist das Durchschnittsalter der Abiturienten nicht gesunken, obwohl einige Bundesländer die Schulzeit bis zum Abi auf zwölf Jahre verkürzt haben. Dass nicht alles, was lange währt, immer gut wird, zeigt das schlechte Abschneiden in der PISA-Studie. Außerdem ist ein später Berufsstart programmiert.
Berufsausbildung.
Die Auszubildenden sind in den vergangenen Jahren immer älter geworden. Im Durchschnitt zählen sie bei Ausbildungsbeginn knapp 19 Jahre – also ein bis zwei Monate mehr als 2001. Viele Azubis beginnen spät eine Lehre, weil sie vorher berufsvorbereitende Maßnahmen oder den Wehr- bzw. Zivildienst absolviert haben oder nach der Schule erst einmal jobben. Industrie und Handel haben mit 19,1 Jahren die ältesten Ausbildungsanfänger; das Handwerk und der Öffentliche Dienst mit 18,6 Jahren die jüngsten.
Hochschule.
Frisch gebackene Akademiker starteten im Jahr 2002 mit gut 28 Lenzen in das Berufsleben. Ein Grund für den späten Abschluss ist der verzögerte Studienbeginn durch Wehr- oder Zivildienst, Berufsausbildung oder Auslandsaufenthalt. An die Uni kamen die Nachwuchsakademiker mit knapp 22, an die FHs mit knapp 23 Jahren. Einmal eingeschrieben brauchen die Kunstwissenschaftler mit 15 Semestern besonders lang. Zügig voran schreiten jedoch die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler der Fachhochschulen mit einer Studienzeit von 8,9 Semestern. Im Durchschnitt benötigt ein Uni-Student bis zum Abschluss gut 13 Semester, sein FH-Kommilitone nur knappe 10.

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