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Europäische Fachhochschule (EUFH)
Brühl
06.10.2004
Die VIKTORIA-LOGISTIK-Systeme setzt zur Nachwuchsförderung auf das Konzept des dualen Studiums

Logistik ist kein „Hühnerkram“

Alle Waren gelangen binnen 24 Stunden ans Ziel – das ist das Versprechen der Neusser VIKTORIA-LOGISTIK-Systeme an ihre Kunden im gesamten Bundesgebiet. Mit „Brummi-Romantik“ hat die Arbeit eines modernen Logistik-Unternehmens nichts mehr zu tun. Florian Hufschmid (19), seit Anfang August Auszubildender zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen, weiß, dass die Anforderungen an den logistischen Nachwuchs hoch und seine zukünftigen Aufgaben anspruchsvoll und vielfältig sein werden. Deshalb studiert der gebürtige Bayer parallel zur Ausbildung Logistikmanagement an der Europäischen Fachhochschule in Brühl bei Köln.

Gähnende Leere im riesigen Umschlagsbetrieb der Spedition. „Haben die hier nichts zu tun?“, fragt sich der ahnungslose Betrachter. „Ein Umschlagsbetrieb ist keine Lagerhalle“, erklärt Torsten Maertin, Leiter des Personalreferates und Qualitätsmanager bei VIKTORIA. „Im Idealfall ist hier alles komplett leer.“ Während der Crashzeiten früh morgens und spät nachmittags geht alles rasend schnell: An den 75 Toren der Halle werden in Windeseile die Wechselbrücken der LKW be- und entladen. Alle Waren müssen die Reise zu ihrem Bestimmungsort so schnell wie möglich fortsetzen. Die Ankunft innerhalb von 24 Stunden ist der Normalfall. Es gibt aber auch Expresssendungen, die bis acht oder zehn Uhr am folgenden Morgen ihr Ziel bereits erreicht haben müssen. Damit alles reibungslos funktioniert, ist bei den enormen Warenmengen, die hier durchlaufen, jeden Tag aufs Neue eine logistische Meisterleistung erforderlich.

„Der Bedarf an hoch qualifiziertem Nachwuchs ist sehr groß im Logistik-Bereich. Das Konzept des dualen Studiums hilft uns dabei, unseren eigenen Nachwuchs schon früh optimal auf seine späteren Aufgaben im Job vorzubereiten“, sagt Torsten Maertin. Und so übernimmt Florian Hufschmid, der Azubi aus Bayern, von Beginn an verantwortungsvolle Aufgaben in seinem Unternehmen.

Zurzeit arbeitet er in der Serviceabteilung. Hier lernt er, mit Nachfragen oder Reklamationen von Kunden umzugehen oder sie über die Leistungen der Spedition zu informieren. Wenn es Probleme gibt, weil zum Beispiel ein Kunde die Annahme von Waren verweigert hat, versucht Florian, die Sache zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu klären. „Ich möchte die Logistik zu meinem Beruf machen, weil ich sehr gerne organisiere und es mir großen Spaß macht, Probleme zu lösen“, meint Florian.

Aufs Studium verzichten wollte er nach dem Abi nicht. Nach 13 Jahren Schule wollte er andererseits aber auch endlich praktische Erfahrung sammeln. Deshalb war er gleich begeistert, als er auf einer Messe in Mannheim von der Europäischen Fachhochschule und dem dualen Studium hörte. Die Aussicht, nach nur sieben Semestern mit einem international anerkannten Hochschul-Diplom und einer abgeschlossenen Berufsausbildung in der Tasche bereits voll in den Job einsteigen zu können, war der Hauptgrund, warum er sich für das Logistikmanagement-Studium entschieden hat.

Offiziell beginnt das Studium für Florian erst im Oktober. „Es war aber eine große Erleichterung für mich, dass ich gemeinsam mit sechs anderen Auszubildenden Anfang August schon angefangen habe. So war es viel einfacher, die vielen neuen Kollegen und die neue Umgebung schnell kennen zu lernen.“

Die Kombination von Studium und Ausbildung, von Theorie und Praxis, bietet viele Vorteile nicht nur für Florian. „Es ist nicht immer ganz einfach, wirklich geeignete Schulabgänger für unsere freien Ausbildungsplätze zu finden“, sagt Torsten Maertin, „wir wollen nicht für den Arbeitsmarkt ausbilden, sondern es ist unser Ziel, alle Auszubildenden optimal auf ihren Job hier bei uns in der VIKTORIA vorzubereiten.“ Durch eine Vorauswahl der Kandidaten hilft die Hochschule dabei, dass sich nur wirklich qualifizierte und motivierte junge Leute bewerben.

Junge Leute wie Florian, der kurz entschlossen sofort nach Neuss in seine eigene kleine Bude gezogen ist, sobald feststand, dass er den Ausbildungsplatz bekommt. „Mein Backofen ist so klein, dass keine Tiefkühl-Pizza hineinpasst“, lacht er, „deshalb muss ich neben der Logistik jetzt auch ganz schnell das Kochen lernen.“

Noch steht Florian am Anfang, und er ist dabei, das Logistik-ABC am konkreten betrieblichen Beispiel zu erlernen: Wie etwa arbeitet ein Wechselbrückenumsetzfahrzeug, kurz auch „Mafi“ genannt? Wie schafft es so ein Ding, die LKW-Wechselbrücken in Sekundenschnelle von einem Tor des Umschlagbetriebes zum anderen zu befördern?

Er weiß jetzt, dass „chaotische Lagerführung“ nichts mit Chaos im Lager zu tun hat, sondern dass es die Bezeichnung für die vollautomatische Steuerung des circa 15 Meter hohen Hochregallagers durch ein ausgeklügeltes Computersystem ist.

Der junge Mann hat auch schon erfahren, dass „Pick to Light“ keine Hühner-Futterstelle mit Tageslicht ist, sondern eine ziemlich komplizierte Anlage zur schnellen und zuverlässigen Auftragsabwicklung.

Florian weiß genau, dass Logistik kein „Hühnerkram“ ist. Er weiß, dass er sein ganzes Organisationstalent brauchen wird, um in seinem Job zu bestehen. Und er kann sicher sein, dass ihm die VIKTORIA-LOGISTIK-Systeme und die Europäische Fachhochschule mit vereinten Kräften alles beibringen werden, was er braucht, um den Anforderungen an einen modernen Logistiker gerecht zu werden.